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HR-Schaumstoff (Kaltschaum)

HR-Schaumstoff (Kaltschaum)

High-Resilience-Schaumstoff oder Kaltschaum

Wie der Name bereits anmutet, ist ein hochelastischer Schaumstoff. Die hohe Elastizität des Schaumstoffs ist teilweise auf die ungleichmässige Zellenstruktur zurückzuführen. Der Schaumstoff weist eine geringe Dauerstauchermüdung auf. Er verträgt keine hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen, ist aber ab einer Dichte von 40 kg/m³ nur schlecht entflammbar. Der Schaumstoff lässt sich wie andere Weichschaumstoffe bearbeiten. HR-Schaumstoff wird für hochwertige Matratzen verwendet.

Geschichte und Ökonomie

1937 erfand O. Bayer bei der I.G. Farbenindustrie AG ein Verfahren zur Herstellung von Polyurethanen (PUR). PUR sind sehr vielseitig. Sie werden als thermoplastische Kunststoffe, als Elastomere und als Duroplaste eingesetzt. Um 1950 wurde die Schäumtechnik entwickelt, die die Herstellung von Polyurethanschaumstoffen mit gleichmässiger Dichteverteilung ermöglichte. Ökonomie: Polyurethan (PUR) steht mit einem Anteil von 5,5% an sechster Stelle der weltweiten Produktion von Kunststoffen. Etwa 90% der Polyurethanproduktion werden zu Schaumstoffen verarbeitet. Heute werden FCKW-freie Treibmittel wie Pentane, Methylenchlorid oder reines Kohlendioxid verwendet.

Eigenschaften und Fertigung

Für die Herstellung von HR-Schaumstoff werden besonders reaktive Polyetherpolyole verwendet. Diese werden mit Isocyanat und weiteren Zusätzen gemischt, wodurch die Flüssigkeit aufschäumt und ihr Volumen vergrössert. Dieser Schaum fliesst kontinuierlich auf eine Bahn oder wird in eine Form gegossen. Nach dem Erkalten kann der Blockschaumstoff respektive das Formteil weiterbearbeitet werden. Da der Schaumstoff nach der Produktion geschlossenzellig ist, muss er aufgepresst (gecrashed) werden, um ihn offenzellig und somit atmungsaktiv zu machen.